Ein Koronadraht ist nichts anderes als ein Draht, der parallel zur Druckertrommelr läuft, und eine hohe Spannung trägt. Vielleicht hatte so mancher in Jugendjahren in der Physik mal gezeigt bekommen, wie die Nähe einer hohen elektrischen Spannung buchstäblich die "Haare zu Berge" stehen lässt. Nach dem gleichen Prinzip lädt der Koronadraht den Fotorezeptor vor. Die Funktionsweise anderer Teile der Xerographie ist anderweitig in diesen Beiträgen beschrieben.
Der alte Koronadraht hat gegenüber neueren Techniken so einige Nachteile - die Spannung kann nicht nur Haare zu Berge stehen lassen, sondern zieht auch Tonerpartikel an. Über einen Zeitraum degradiert dies die Funktion des Koronadrahtes. Ältere Laserdrucker und Kopierer haben daher Reinigungsmechanismen, mit denen man den Koronadraht von Zeit zu Zeit säubern kann.
Ein weiterer Nachteil ist, dass die Hochspannung auf dem Koronadraht Ozon erzeugt. Wer längere Zeit in der Gegenwart eines älteren Druckers oder Kopierers ohne ausreichende Lüftung gearbeitet hat, der kennt den charakteristischen Ozongeruch, der im Gegensatz zur Folklore durchaus nicht gesundheitsförderlich ist.
Noch bis spät ins letzte Jahrhundert wurden Kurorte mit "ozonhaltiger" Luft angepriesen. Was Ozon bewirken kann, das haben wir in einem praktischen Ozontest in einem defekten Starkstromgenerator eines Wasserkraftwerkes in Kanada ermittelt. Der "Ozontest" des Wartungspersonals bestand aus einem Gummihandschuh auf einem Besenstil, der neben dem Generator aufgestellt war. Wenn der Gummihandschuh sich in ein paar Tagen zersetzt hatte, dann wurde Ozonalarm gegeben.
Die weniger erfreuliche Wirkungsweise von einem Koronadraht kennt auch jeder, der bei feuchtem Wetter einmal unter einer Hochspannungsleitung spazieren gegangen ist und dem "Knistern" gelauscht hat. Die Korona um eine Hochspannungsleitung kann so extrem werden, dass die umgebende Luft leitend wird und zu Kurzschlüssen führt - daher werden Leitungen mit extrem hoher Spannung häufig in Bündeln mit Abstandhaltern geführt. Die größere Oberfläche eines solchen Leitungsbündels sorgt dann für einen geringeren Spannungsabfall durch den Koronaeffekt.
Korona ist übrigens das lateinische Wort für "Krone" und bedeutet in diesem Zusammenhang lediglich, dass ein elektrisches Feld um den Koronadraht herum besteht.
Bei Kopierern wird ein Koronadraht nicht nur zur Ladung der Druckertrommel eingesetzt, sondern auch unterhalb des Papiers, direkt gegenüber von dem Fotorezeptor. Dieser untere Koronadraht schafft eine elektrostatische Ladung auf dem Papier, der den Toner anzieht, bis er fixiert werden kann. Der untere Koronadraht -oder auch beide- wird/werden heutzutage durch eine Ladewalze (auch PCR-Roller) oder Transfer Roller ersetzt.

So sieht ein Koronadraht aus
zurück zum Wörterbuch für Begriffe aus der Drucktechnik